Der Rheintaler
Regionen | Rheintal | Samstag, 15. März 2003

Differenziert übers Kiffen reden

Die Jugendkommission Widnau befasst sich dieses Jahr mit dem Thema «Cannabis-Konsum». Thomas Widmer, der für die Info-Plattform www.jugendinfo-widnau.ch zuständig ist, wünscht sich eine differenzierte Diskussion.

Herr Widmer, was halten Sie vom Kiffen, also vom Cannabis-Konsum?

Thomas Widmer: Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu der Sache. Als staunender Teenager habe ich die Achtundsechziger-Bewegung miterlebt. Haschisch war gewissermassen eine Kultdroge und wurde als harmloses Naturprodukt dargestellt.

Und? Ist sie harmlos?

Widmer: Je mehr ich mich mit dem Thema befasse, um so grösser wird mein Fragezeichen. Andererseits ist ein Verbot wohl nicht der richtige Weg.

Welchen Beitrag will die Jugendkommission konkret leisten?

Widmer: Der Cannabis-Konsum ist dieses Jahr aus aktuellem Anlass ein Schwerpunkt-Thema: Im National- und Ständerat wird über die Legalisierung und deren Ausgestaltung diskutiert. Wir wollen zusammen mit Fachleuten Hearings durchführen und die öffentliche Diskussion lancieren. Allerdings legt die Jugendkommission grossen Wert darauf, dass das Thema differenziert erörtert wird.

Was versprechen Sie sich von diesem Engagement der Jugendkommission?

Widmer: Wir wollen zusammen mit den Jugendlichen einen Schritt weiterkommen, indem wir offen und ohne vorgefasste Meinung diskutieren.

Es gibt ja auch die legalen Volksdrogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente. Beschäftigt sich die Jugendkommission auch mit ihnen?

Widmer: Unbedingt. Auch dieses Thema wird ganz sicher einbezogen. Doch den Schwerpunkt legen wir aufs Haschisch.

  Interview: Gert Bruderer

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